Eliyahu M. Goldratt: Das Ziel

Titel:

Das Ziel

Untertitel:

Ein Roman über Prozessoptimierung

von:

Eliyahu M. Goldratt / Jeff Cox

Inhalt:

Goldratt und Cox beschreiben in Form eines Romans Methoden und Denkansätze zur wirtschaftlichen Optimierung des Fertigungsprozesses eines Unternehmens.

Der Roman rankt sich um eine Fabrik und ihr Management. Obwohl bereits viele Maßnahmen mit dem Ziel Kosten einzusparen umgesetzt worden waren, erwirtschaftet die Fabrik weder ein akzeptables Ergebnis noch kann sie ihre Kunden terminlich zuverlässig beliefern. Sollte die Fabrik nicht innerhalb einer kurzen Frist wieder profitabel werden, will der Mutterkonzern diese schließen. Vor dieser Kulisse führt der Roman durch den Prozess der Rettung der Fabrik. Dabei wird nicht auf die Darstellung der Konflikte und Widerstände in einer solchen Situation verzichtet. Die Autoren wagen es sogar, private Probleme zu beschreiben, die aus solchen Situationen entstehen können. Damit werden die handelnden Personen realistisch, lebendig und nacherlebbar.

Goldratt beschreibt nachvollziehbar Schritte, die zu neuen Lösungen führen. Der Spannungsbogen nimmt den Leser gefangen und führt ihn durch das Buch. Soweit schon ein Grund es zu lesen, auch wenn es für „Nachahmer“ auf der betriebswirtschaftlichen Ebene detaillierter hätte sein können.

Das Buch wurde bereits Mitte der 80ziger Jahre geschrieben. Manches davon ist bereits in die Betriebswirtschaft eingeflossen, wenn leider auch nicht in alle Unternehmen. Es ist immer noch aktuell und sollte Pflicht für jeden Manager im produzierenden Gewerbe sein.

Warum ?

Das Buch von Goldratt beinhaltet noch eine ganz andere und aus meiner Sicht viel wichtigere Ebene. Goldratt beschreibt die Wirklichkeit in vielen Unternehmen, in denen der „Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen“ wird. Dabei wird er nie anklagend oder polemisch. 

Goldratt fordert auf, die in unseren Unternehmen gültigen typischen Indikatoren, Verhaltensweisen und Reaktionen zu überprüfen, deren Aussagekraft und Wirkungen zu hinterfragen. Dabei sollte der Blick auf deren Auswirkungen für das ganze Unternehmen liegen. Mit dem tayloristischen Ansatz Unternehmen über viele Ebenen zu gliedern und jede Detailebene für sich zu optimieren wurden in der Vergangenheit sinnvoll und schlüssig erscheinende Lösungen entwickelt und immer weiter verfeinert. Dieses Mikromanagement kann jedoch in Summe auf Unternehmensebene negative, wenn nicht sogar verheerende Folgen haben.

Oft planen wir mit viel Engagement und wollen diesen Plan auch einhalten. Und wenn der Plan jedoch nicht eintritt, reagieren wir oft reflexartig, um in einer Art Krisenmanagement zumindest das Ergebnis des Planes zu erreichen. Routinemaßnahmen sind dann gerne: Reduktion der Lohn- oder Stückkosten, Marktanteile und Umsatz steigern. Koste es, was es wolle und oft kostet es, aber niemand versteht warum.

Indikationen, Verhaltensweisen und Lösungen, die bis heute richtig erscheinen und sich bewährt haben, können unter den sich ständig verändernden Bedingungen ggf. schon morgen nicht mehr sinnvoll sein. Goldratt fordert auf, immer auch das Ganze zu betrachten. Das bedeutet schlussendlich auch das vermeintlich sichere Wissen, auf dem unsere Prozesse basieren und nachdem wir ausgebildet wurden, in Frage zu stellen. Er lässt im Roman die Protagonisten Lösungen entwickeln, die zunächst helfen, aber nach kurzer Zeit in das nächste Problem führen. Fertige Lösungen bietet er nicht, führt aber dahin, zu verstehen, dass Unternehmen komplexe Strukturen mit vielen Wechselwirkungen sind und diese Komplexität ständig neues kreatives Denken erfordert.

Der Ansatz gilt sich auch in andere Branchen. Dieses wurde vom Autor u.a. in zwei weiteren Romanen beschreiben:

Informationen über den Autor :

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